Liebe Leserinnen und Leser,
ist ihnen auch schon einmal etwas so richtig peinlich
gewesen? Etwas, was Sie gesagt oder getan haben und im Nachhinein bereuten? Ja?
Dann sind Sie also nicht so moralisch abgestumpft und verkommen, wie unsere
drei aktuellen Preisträger des Jens Spahn-Gedächtnispreises für Peinlichkeiten
und politisches Versagen, wie es scheint.
Aber wer sind denn diese drei Menschen, die für ihr Fremdscham
erzeugendes Verhalten geehrt werden sollen? Tada … das soll in diesem Text
sozusagen im Zuge von Feierlichkeiten für die peinlichsten Momente der jüngsten
Geschichte erklärt werden, Vorhang auf für die Laudatio:
Platz drei gebührt der aufblasbaren Politpuppe Pete Hegseth,
seines Zeichens sogenannter „Kriegsminister“ (seine Definition!) der USA für sein
Vorhaben, die Hinrichtung eines zum Tode verurteilten Delenqienten per
Erschießung live und in Farbe im Netz zu übertragen. Das ist zwar an sich eher
furchtbar und vollkommen unmenschlich, wie die Todesstrafe generell, aber seine
Erklärung dafür gehört in die für ihn typische Kategorie peinliches, aufgegockeltes
Machogehabe bei völliger inhaltlicher Planlosigkeit. Das Erschießen sei nämlich
aus seiner Sicht eine „männliche Angelegenheit“, genau wie seine ganzen über
die Grenze der Lächerlichkeit weit hinausgehenden Auftritte unter Testosteronüberdosis,
bei denen er die US-Armee ständig dazu anhält, sich ebenfalls so halbstark wie
er selbst zu verhalten.
Auf Platz zwei ist diesmal sein Chef, Donald der Wurstige
gelandet. Tatsächlich bekommt der nicht den ersten Preis. Zumindest nicht in
dieser Kategorie, obwohl er sich ganz aktuell wieder für den Joseph
Goebbels-Preis für angewandte politische Niedertracht nominiert hat. Den würde er
nämlich für seinen jüngsten „Deal“ mit Putin über die Lieferung von
Dieselkraftstoff bekommen, weil ihm das Wasser vor den sogenannten Midterm-Wahlen
bis zum Hals steht und die missglückte Präsidentenattrappe inzwischen alles
dafür tun würde, um irgendwie über die Runden zu kommen. Dazu speichelleckt er
sogar beim russischen Aggressor, während er den ukrainischen Präsidenten
Selenskyj für dessen Angriffe auf russische Raffinerien abstrafen will.
Aber Trumpi, wie ich ihn zärtlich nenne, will gar keinen
anderen Preis haben, als den, der ihm seiner Meinung nach (und damit ist er
sehr, sehr allein) zustehen würde: den Friedensnobelpreis nämlich. Niemand sei
mehr dafür prädestiniert, als er, posaunt er in seiner gewohnten Zurückhaltung hinaus.
Er habe schließlich 8 (in Worten acht) Kriege beendet, fügt seine präsidiale
Feistigkeit hinzu. Da sind sogar Auseinandersetzungen darunter, die es ohne ihn
gar nicht gegeben hätte. Wenn das mal kein Grund für diesen Preis ist. Aber
leider ist es auch diesmal nichts geworden, weil diese bösartigen Schweden seine Genialität einfach nicht anerkennen wollen. Wahrscheinlich wird Schweden demnächst vollständig vernichtet – oder noch schlimmer – zum 51. Bundesstaat
der USA erklärt.
Doch das alles reicht noch nicht für den ersten Preis, liebe
Leserinnen und Leser. Deshalb hier jetzt endlich die Auflösung. And the Winner
is: (Trommelwirbel, die Spannung steigt ins Unermessliche) … Gerhard-hol-mir-mal-ne-Flasche-Bier-Schröder,
jawoll! Nichts ist derzeit peinlicher, als sein Auftritt als Gast auf Wladi
Putins Geburtstag, inklusive Shake-Hands-Foto zweier alternder Politmumien ohne
jedes Schamgefühl (auch ästhetisch nicht gerade ein Hingucker!).
Jetzt ist eine Scheißegalhaltung gegenüber dem, was andere über
einen denken nichts grundsätzlich Schlechtes. Aber sich mit einem anerkannten
Kriegsverbrecher ablichten zu lassen und dabei jeden Rest von Anstand und Empathie
mit den Opfern der ständigen Angriffe auf zivile Ziele in der Ukraine über Bord
zu werfen, ist schon negativ bemerkenswert. Zudem lässt der Herr Altkanzler
sich mit einem neuen Aufsichtsratsposten in einem russischen Konzern den
faltigen Arsch noch weiter vergolden. Frei nach dem Motto: „Ist der Ruf erst
ruiniert, scheffelt man ganz ungeniert“. Bravo Gerd, du hast den ersten Preis damit
wirklich verdient.
Der Meckerator meint: Mann, ist das alles furchtbar
peinlich.
Herzlichst
Ihr Meckerator

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