Montag, 12. Oktober 2026

Peinlich

 


Liebe Leserinnen und Leser,

ist ihnen auch schon einmal etwas so richtig peinlich gewesen? Etwas, was Sie gesagt oder getan haben und im Nachhinein bereuten? Ja? Dann sind Sie also nicht so moralisch abgestumpft und verkommen, wie unsere drei aktuellen Preisträger des Jens Spahn-Gedächtnispreises für Peinlichkeiten und politisches Versagen, wie es scheint.

 

Aber wer sind denn diese drei Menschen, die für ihr Fremdscham erzeugendes Verhalten geehrt werden sollen? Tada … das soll in diesem Text sozusagen im Zuge von Feierlichkeiten für die peinlichsten Momente der jüngsten Geschichte erklärt werden, Vorhang auf für die Laudatio:

 

Platz drei gebührt der aufblasbaren Politpuppe Pete Hegseth, seines Zeichens sogenannter „Kriegsminister“ (seine Definition!) der USA für sein Vorhaben, die Hinrichtung eines zum Tode verurteilten Delenqienten per Erschießung live und in Farbe im Netz zu übertragen. Das ist zwar an sich eher furchtbar und vollkommen unmenschlich, wie die Todesstrafe generell, aber seine Erklärung dafür gehört in die für ihn typische Kategorie peinliches, aufgegockeltes Machogehabe bei völliger inhaltlicher Planlosigkeit. Das Erschießen sei nämlich aus seiner Sicht eine „männliche Angelegenheit“, genau wie seine ganzen über die Grenze der Lächerlichkeit weit hinausgehenden Auftritte unter Testosteronüberdosis, bei denen er die US-Armee ständig dazu anhält, sich ebenfalls so halbstark wie er selbst zu verhalten.

 

Auf Platz zwei ist diesmal sein Chef, Donald der Wurstige gelandet. Tatsächlich bekommt der nicht den ersten Preis. Zumindest nicht in dieser Kategorie, obwohl er sich ganz aktuell wieder für den Joseph Goebbels-Preis für angewandte politische Niedertracht nominiert hat. Den würde er nämlich für seinen jüngsten „Deal“ mit Putin über die Lieferung von Dieselkraftstoff bekommen, weil ihm das Wasser vor den sogenannten Midterm-Wahlen bis zum Hals steht und die missglückte Präsidentenattrappe inzwischen alles dafür tun würde, um irgendwie über die Runden zu kommen. Dazu speichelleckt er sogar beim russischen Aggressor, während er den ukrainischen Präsidenten Selenskyj für dessen Angriffe auf russische Raffinerien abstrafen will.

 

Aber Trumpi, wie ich ihn zärtlich nenne, will gar keinen anderen Preis haben, als den, der ihm seiner Meinung nach (und damit ist er sehr, sehr allein) zustehen würde: den Friedensnobelpreis nämlich. Niemand sei mehr dafür prädestiniert, als er, posaunt er in seiner gewohnten Zurückhaltung hinaus. Er habe schließlich 8 (in Worten acht) Kriege beendet, fügt seine präsidiale Feistigkeit hinzu. Da sind sogar Auseinandersetzungen darunter, die es ohne ihn gar nicht gegeben hätte. Wenn das mal kein Grund für diesen Preis ist. Aber leider ist es auch diesmal nichts geworden, weil diese bösartigen Schweden seine Genialität einfach nicht anerkennen wollen. Wahrscheinlich wird Schweden demnächst vollständig vernichtet – oder noch schlimmer – zum 51. Bundesstaat der USA erklärt.


Doch das alles reicht noch nicht für den ersten Preis, liebe Leserinnen und Leser. Deshalb hier jetzt endlich die Auflösung. And the Winner is: (Trommelwirbel, die Spannung steigt ins Unermessliche) … Gerhard-hol-mir-mal-ne-Flasche-Bier-Schröder, jawoll! Nichts ist derzeit peinlicher, als sein Auftritt als Gast auf Wladi Putins Geburtstag, inklusive Shake-Hands-Foto zweier alternder Politmumien ohne jedes Schamgefühl (auch ästhetisch nicht gerade ein Hingucker!).

 

Jetzt ist eine Scheißegalhaltung gegenüber dem, was andere über einen denken nichts grundsätzlich Schlechtes. Aber sich mit einem anerkannten Kriegsverbrecher ablichten zu lassen und dabei jeden Rest von Anstand und Empathie mit den Opfern der ständigen Angriffe auf zivile Ziele in der Ukraine über Bord zu werfen, ist schon negativ bemerkenswert. Zudem lässt der Herr Altkanzler sich mit einem neuen Aufsichtsratsposten in einem russischen Konzern den faltigen Arsch noch weiter vergolden. Frei nach dem Motto: „Ist der Ruf erst ruiniert, scheffelt man ganz ungeniert“. Bravo Gerd, du hast den ersten Preis damit wirklich verdient.

 

Der Meckerator meint: Mann, ist das alles furchtbar peinlich.

 

Herzlichst

Ihr Meckerator         

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen