Freitag, 14. Dezember 2012
Glaubensfrage
Liebe Leserinnen und Leser,
haben Sie auch schon via Twitter den Segen des Papstes erhalten? Das geht nämlich ab sofort, weil seine Eiligkeit nun auch einen eigenen Account bei dem Onlinedienst besitzt, wie man aus dem Medien erfahren durfte. Ab sofort wird er wahrscheinlich unter dem Namen eBenno, Vati-can oder Ratzipappa01 im Netz auftauchen. Die heilige römische Kirche mit ihrem Oberfutzi also nun auch in elektronischer Form, darauf hat die Menschheit 2000 Jahre gewartet.
Toll, man kann endlich den Sündenablass per Download oder als App fürs i-Phone erhalten – kurz elektronisch gebeichtet, per Pay Pal ne‘ Kollekte gespendet und ab geht’s mit gutem Gewissen ins Paradies. Das haben wir Christen künftig den anderen Religionen voraus. Manche von denen müssen sich ja regelrecht dorthin bomben oder immer wieder von vorn als Wurm anfangen, bis sie endlich nach Ewigkeiten und etlichen Leben in den Garten Eden gelangen. Wir hingegen können dem direkten Stellvertreter vom Chef auf Erden als Follower und Freunde folgen … und zwar nicht mehr, indem wir das Kreuz aufnehmen sondern höchstens, indem wir eins auf der Seite machen, auf der wir gefragt werden, ob wir einen Newsletter von Vatikanbook abonnieren wollen.
Ich könnte mir auch gleich entsprechende Software dafür vorstellen, die – natürlich gegen eine geringe Schutzgebühr – an die gläubigen Schäfchen verteilt wird. Z.B. ein elektronisches Beichtformular von Microsoft Word, eine e-Hostie zum Runterladen und jede Menge Heiligen-Bildschirmschoner – ach ja, und vielleicht auch noch ein Online-Game als so genannter Ego-Shooter mit dem Titel „Ketzerjagd“ oder „The Return of the Kreuzzüge“ und Ähnliches. Und über allem wacht Roms männliche Modepuppe Nr. 1 für alberne Kleider und twittert seinen scheinheiligen, bigotten Schmonz an alle, die es sich tatsächlich antun, diesen Sch… auch noch zu lesen. Es bleibt am Ende eine reine Glaubensfrage – der Meckerator glaubt nämlich, dass er das bestimmt nicht braucht!
Herzlichst
Ihr Meckerator
Samstag, 13. Oktober 2012
Eier oder Bomben?
Liebe Leserinnen und Leser,
haben Sie manches Mal auch die Befürchtung, zu sehr vom Staat und seinen Behörden überwacht und kontrolliert zu werden? Etwa, dass der Schäuble Ihnen eines Tages böse aus dem Monitor entgegen blickt? Keine Sorge – es ist viel schlimmer.
So einen kleinen Eindruck von Orwells „Big Brother“ hat jüngst eine Facebook-Nutzerin erfahren dürfen, die offensichtlich wegen zu hoher Geschwindigkeit geblitzt worden war und sich in dem sozialen Netzwerk darüber ärgerte. Dabei schrieb sie wohl auch, dass sie das Blitzgerät am liebsten mit Eiern bewerfen würde. Doch halt! Da wurde das Straßenverkehrsamt des Landkreises Peine aber sofort hellhörig und schrieb ihr kurz nach dem Eintrag bei Facebook, dass ein derartiges Verhalten doch wohl auf ein gewisses Aggressionspotential hindeuten würde, welches beim Autofahren überhaupt nicht angebracht wäre und drohte der betroffenen Frau mit der Medizinisch-psychologischen Untersuchung – besser bekannt als Idiotentest.
Tja, wenn man an den Grundfesten der Demokratie zu rütteln beginnt, sind unsere Behörden eben auf Zack. Gut, man kann ruhig mal die eine oder andere Terrorzelle gründen und für einen kurzen Zeitraum von zehn Jahren mordend durch die Republik marodieren – da drückt man gern ein Auge zu. Vor allem das rechte Auge! Aber Eier auf Blitzgeräte werfen oder das einfach nur wünschen, zu tun? Das geht überhaupt nicht.
Mal Scherz beiseite, liebe Leserinnen und Leser. Wie könnte man sich ein derartiges Vorgehen nun in Zukunft weiter vorstellen? Sie twittern, dass sie Karten für das politische Kabarett haben und bekommen kurz darauf die Anfrage, ob Sie denn noch verfassungstreu wären. Sie schreiben auf Facebook, dass sie heute überhaupt keine Lust zum Arbeiten haben und der Lohn wird Ihnen gekürzt. Sie äußern sich kritisch über die Banken und schreiben, dass man die eigentlich enteignen sollte und ein Sondereinsatzkommando der Polizei stürmt Ihre Bude. Soweit könnte es kommen, wenn wir nicht aufpassen.
Der Meckerator meint: trotzdem lieber öfter mal mit Eiern schmeißen, als mit Bomben!
Herzlichst
Ihr Meckerator
Mittwoch, 19. September 2012
Na Bravo
Liebe Leserinnen und Leser,
kennen Sie eigentlich noch die Bravo? Genau, diese Jugendzeitung, die man im Alter von 12-15 liest und deren Leserschaft deshalb alle drei Jahre wechselt. Vor allem die Sexualberatung mit Dr. Sommer war darin immer der große Hit und so geistreiche Fragen wie: „Werde ich schwanger, wenn ich mit meinem Freund ein Sex Video ansehe?“ oder: „Tragen die Blumen Reizwäsche, wenn sie die Bienen anlocken wollen?“, sind uns alle noch in Erinnerung.
Doch heute scheint es in der Bravo offensichtlich nicht mehr so sehr um Liebe zu gehen – eher um das Gegenteil. Kürzlich hat es in der Online-Ausgabe ein Werbe-Video der Bundeswehr gegeben, in dem die Jugendlichen aufgefordert werden, sich an einem „coolen Adventure Camp“ von Deutschlands größtem Trachtenverein zu beteiligen. „Bist du eher der Berg- oder der Beach-Typ?“, fragen die Macher der olivgrünen Augenwischerei und stellen eine „coole“ Reise mit einer Bundeswehrmaschine zu „krassen Wasserwettbewerben“ oder „schwindelerregender Abseilaktion“ in Aussicht. „Cool“ ist übrigens das häufigste Adjektiv, das darin vorkommt.
Cool wäre es nach Meinung des Meckerators auch, wenn man denn etwas mehr die spätere Realität der so heftig umworbenen, künftigen Rekruten in den Vordergrund stellen würde. Kann man ja ruhig weiterhin im Werbeslogan verkaufen und das Programm nur etwas ausweiten: „Bist du stark genug, um spannende Sprengfallen in Afghanistan zu umgehen und dich an coolen Schießereien mit den krassen Einheimischen zu beteiligen? Oder bist du eher der Ocean-Typ, der auf einem coolen Kriegsschiff dafür sorgt, dass die von den afrikanischen Staaten zwangsabgekauften Fischereirechte der EU gegen voll mega crazy Piraten verteidigt werden, die vorher mal Fischer waren, jetzt aber die totalen Opfer sind?
Und wenn du bei diesen Games mal verlierst, kannst du wieder mit einer coolen Bundeswehrmaschine auf Staatskosten in einer krass konkreten Zinkbox nachhause fliegen und bekommst eine coole Begräbnis-Party mit Helm und Deutschlandfahne, die deine Familie sogar behalten darf – z.B. für die nächste WM. Und der coole Verteidigungsminister erklärt auch noch dazu, weshalb du Game over geworden bist. Das alles erwartet dich bei uns!“
Na Bravo!
Herzlichst
Ihr Meckerator
Dienstag, 4. September 2012
Ey, Alter...
Liebe Leserinnen und Leser,
kommt es bei Ihnen auch manchmal vor, dass sie erwachen und glauben, sie befinden sich immer noch in einem falschen Traum? Also mir als Meckerator geht es derzeit wieder einmal so bei der aktuellen Debatte um die Rente.
Ursula von der Leyen – Bundesfamilienschauspielerin und bisherige Preisträgerin des „Mutter Beimer-Awards“ – hat davor gewarnt, dass künftig auch Bezieher von durchschnittlichen Einkommen von Altersarmut bedroht sind und Renten beziehen werden, die deutlich unter dem Existenzminimum liegen werden. Das liegt vor allem daran, dass das Rentenniveau von derzeit 51% auf nur noch 43% abgesenkt wird und dient Bundes-Uschi als Argumentationshilfe für eine von ihr vorgeschlagene „Zuschussrente“ von gut 850 Euro.
Man hat also gar nicht so viele Augen, wie man angesichts dieser Erkenntnis zunächst einmal verwundert reiben möchte und fragt sich, ob dieses Absenken des Rentenniveaus denn von den Göttern auf steinernen Tafeln mit Blitz und Donner gegeben oder von irgendwelchen bösartigen, kleinen Kobolden heimlich des Nachts in die Gesetzbücher hinein gekritzelt wurden? Nein, lautet die Antwort, es waren eher die Götter des Lobbyismus und die Kobolde der privaten Versicherungswirtschaft, die das den Politikern einer sehr, sehr großen Koalition von CDU/CSU, FDP, SPD und Grüne in die Stammbücher geschrieben hatten. Und genau die streiten sich nun öffentlich über die Rente im Allgemeinen und die Vorschläge von Uschi im Speziellen.
Im Grunde geht es nämlich um die Frage, wie man die solidarische Sozialversicherung am besten ganz zerstören kann. Wer hat denn die Abkoppelung der Renten von der Entgeltentwicklung betrieben? Wer hat dafür gesorgt, dass es keine Lebensstandardsicherung mehr gibt, sondern nur noch von Grundsicherung gesprochen wird? Wer hat 400-Eurojobs, Leiharbeit, Niedriglöhne und dergleichen mehr eingeführt – alles natürlich zum Wohle der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands, aber nicht unbedingt der Menschen? Deshalb das ewige Mantra vom demographischen Wandel und der Notwendigkeit der privaten Altersvorsorge, mit denen sie uns seit Jahren in den Ohren liegen. Und jetzt auch noch der dusselige Vorschlag, die Rente als Grundversorgung künftig nur noch über Steuern zu finanzieren. Denn damit entfielen die Rentenbeiträge für die Unternehmen gänzlich, die gerade mal wieder mit der aktuellen Absenkung um Milliarden entlastet werden. Und jetzt raten Sie mal, welche Steuern man dafür wohl erhöhen würde, um das umzusetzen. Kleiner Tipp: es wären nicht die Vermögenssteuer oder die Körperschaftssteuer für Aktiengesellschaften…
Es ist ja nicht so, dass es nicht ebenso lange schon Alternativvorschläge zu diesen abstrusen Vorstellungen gäbe, wie man die Sozialkassen künftig krisenfest machen könnte. Dazu gehört z.B. die Forderung, endlich alle Einkommensarten (auch die der gut abgesicherten Abgeordneten übrigens) in eine wirklich solidarische Rentenversicherung zusammenzufassen. Und ausreichende Renten erreicht man auch durch gute Entgelte in festen Arbeitsplätzen. Das Geld für die Finanzierung der Rente wird nämlich nicht angespart sondern immer nur aktuell von den Erwerbstätigen erwirtschaftet – und Gewinne sind bekanntlich genug vorhanden; sie müssen halt nur wieder anders verteilt werden.
Aber um genau das zu verhindern, sind unsere Herrschaften in den Parlamenten schließlich da. Sie sichern zumindest die Altersbezüge der großen Unternehmen, der Versicherungskonzerne – und ihre eigenen … Ärsche? Kann man das so sagen? Jo, kann man!
Herzlichst
Ihr (noch lange nicht in Rente gehender) Meckerator
Montag, 6. August 2012
Durchfall
Liebe Leserinnen und Leser,
haben Sie schon einmal so richtig heftigen Durchfall gehabt? So, dass man es gar nicht mehr aufhalten kann, dass es regelrecht heraussprudelt? Ich will hier selbstverständlich nicht in Fäkalthemen herum wühlen, aber solch eine eben beschriebene Form des Durchfalls gibt es auch auf der verbalen Ebene. Doch wirklich, da kommt die Sch.... in Form des gesprochenen Wortes aus dem Mund und man kann es gar nicht mehr stoppen - oder gar darüber nachdenken, was man da eigentlich sagt.
Dieses Schicksal hat jüngst Markus Söder, seines Zeichens bayrischer Finanzminister, erlitten und es wo (?) - natürlich in „BILD am Sonntag“ herausgelassen. Der seinerzeit unter Ministerpräsident Edmund Stoiber auch als „aufblasbare Gummipuppe fürs Grobe“ bekannte Söder hat nämlich während seiner Wort-Diarrhö festgestellt, dass die Griechen (alle nämlich) an ihrer finanziellen Situation selbst schuld seien und deshalb schnellstmöglich die Eurozone zu verlassen hätten. „Irgendwann muss jeder bei Mama ausziehen – und die Griechen sind jetzt so weit“, hat er sich markig ausgedrückt.
Da spricht doch einer etwas aus, der Ahnung davon hat, wie man finanzielle Schuld auf sich lädt. Söder ist ja bekanntlich schon lange Mitglied der bayrischen Landesregierung – er war es sogar schon 2007, als die Landesbank der Blauweißen unter Aufsicht eben jener Landesregierung für schlappe 1,7 Mrd. Euro die Hypo Alpe Adria Bank aufkaufte und nach gut einem Jahr feststellen musste, dass es offensichtlich doch keine so gute Idee gewesen ist, in Osteuropa mit Investmentbanking Fuß fassen zu wollen. Insgesamt rund 3,7 Mrd. Euro kostete das den Steuerzahler übrigens, dass die bayrische Landesbank nicht den Bach runtergeht. „Ja, verkauft doch eure Berge, ihr Pleitebayern“, möchte man ihnen in bester BILD-Manier zurufen.
Das Schlimme an der ganzen Sache ist, dass auch ein Markus Söder sehr genau weiß, dass nicht die Griechen und andere Länder an ihrer Situation die Schuld tragen, sondern dass sie in diese Lage gerieten, weil sie ihre Banken mit Steuermilliarden vor dem Zusammenbruch retten mussten. Vielleicht sollte Mama Söder mal den Hosenboden so richtig stramm für seine populistische Entgleisung ziehen, denn um nichts anderes handelt es sich dabei.
Um wieder aufs Anfangsthema zurückzukommen. Meine Oma hat immer bei Durchfall gesagt: „Da muss man stopfen, stopfen, stopfen. Ihr Geheimrezept waren geriebene Äpfel. Um Söders Ausfälle zu stopfen fiele mir auch schon etwas ein...
Herzlichst
Ihr Meckerator
Dienstag, 31. Juli 2012
Lupenrein
Liebe Leserinnen und Leser,
kennen Sie eigentlich Pussy Riot? Keine Angst, das soll jetzt keine sexuelle Anzüglichkeit werden. Das ist der in der Tat sehr zweideutige Name einer russischen Punkband, die aus drei jungen Damen besteht.
Das ist heutzutage natürlich soweit nicht mehr ungewöhnlich. Das Besondere an diesen drei Musikerinnen ist, dass sie seit Dezember letzten Jahres in „Untersuchungshaft“ sitzen. Was haben sie angestellt? Nun, sie haben es gewagt, in einer russischen Kirche ein Gebet auf punkige Art zu vertonen, in dem sie darum baten, dass Russland vor Putin verschont bleiben möge, der zu diesem Zeitpunkt gerade einen … ähem … nennen wir es Ämtertausch mit seinem Ziehsohn Dmitri Medwedew zu veranstalten gedachte und dies auch umgesetzt hat.
Der „lupenreine Demokrat“ (Zitat Gerhard Schröder) Putin hat auf das Gebet also lupenrein demokratisch geantwortet, in dem er die drei Frauen auch ins Gebet nahm und sie für den Frevel an seiner heiligen Person verhaften ließ. Unbestätigten Gerüchten zufolge hatte er vor, sich - sollte das Gebet in irgend einer Form erhört werden – selbst zum Gott auszurufen, um es dann kraft seiner Allmacht rückgängig zu machen. Bisher reicht es aber noch, sich auf die unabhängige russische Justiz zu verlassen, die unabhängig von jedweder freien Entscheidung ist.
Bis dato befinden sich die drei bösen Punkerinnen also noch in Haft und profitieren dabei sogleich von einer neuen Gesetzgebung Putins, der entsprechende Schriften, Lieder, Bilder und Texte, welche die Jugend verderben (also ihn kritisieren) insgesamt verbieten lässt. Bilder, die ihn mit freiem Oberkörper beim Lachsfang in Sibirien zeigen, gehören übrigens nicht dazu.
Und was sagen die anderen europäischen lupenreinen Demokraten, wie etwa Angela Merkel dazu, vor deren Bilder mit freiem Oberkörper beim Lachsfang uns die Götter bewahren mögen? Na, nichts sagen sie dazu. Putin soll ja auch künftig noch richtig Gas geben (im wahrsten Sinn des Wortes!) - und zwar möglichst günstig. Da stellt man Menschenrechte und demokratische Justizentscheidungen mal ruhig hinten an. Von Menschenrechten ist noch niemandem warm geworden und kochen kann man damit auch nicht.
Tja, liebe Leserinnen und Leser. So ist das halt mit den Lupenreinen. Ich suche mir jetzt übrigens eine passende Kirche und schreibe ein Gebet für die nächste Bundestagswahl …
Herzlichst
Ihr Meckerator
Sonntag, 1. Juli 2012
Verbrennt ihn
Liebe Leserinnen und Leser,
haben Sie sich auch so aufgeregt über Jogi Löv, diesen totalen Versager? Ja? Sind Sie auch der Meinung, er müsse von seinem Amt als Bundestrainer zurücktreten, weil die bundesdeutsche Nationalmannschaft nicht den Sieg errungen hat, den manche Fans bei jedem Spiel schon herbeigerufen haben (wobei der zweite Teil des Ausrufes, bestehend aus ebenfalls vier Buchstaben, nicht so deutlich zu hören war, weil er im Moment noch etwas verpönt ist!)?
Richtig, weg mit ihm, diesem Nichtskönner! Schließlich gibt es in Deutschland mindestens 40 Millionen weitere Bundestrainer, die es viel viel besser gemacht hätten – würde man nur beim DFB endlich ihr Talent erkennen und sie berufen. Was haben sich diese 40 Millionen bereits schon so oft vor den Fernsehgeräten aufgeregt, haben hineingebrüllt, dass diese überbezahlten, untalentierten jungen Bengels dort auf dem Rasen doch endlich mal laufen sollen. Gut, das eine oder andere Mal ging das etwas im Chipsgekrümel oder Biergegurgel unter – mit vollem Mund brüllt man die Nationalmannschaft halt nicht an.
Aber das ändert doch nichts an der Tatsache, dass dieser Löv endlich weg muss, weil er sich so dermaßen in seiner Spielerauswahl vergriffen hat. OK, ein paar Tage vor dem letzten Spiel gegen Italien hatte Löv die gleiche Aufstellung mit dem Drachen Poldi und Senor Gomez – und er hatte Erfolg damit, weil Tore für die deutsche Mannschaft fielen. Da war er der Held mit dem guten Bauchgefühl. Jetzt wird er landauf landab von den Medien verteufelt. Man steht kurz davor, die heilige Inquisition wieder aufleben zu lassen und ihn als Ketzer öffentlich auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen.
Allen voran natürlich mal wieder BILD, das Fachblatt für 60 Jahre gut organisierte Massenverblödung und sein derzeitiger Chefredakteur Kai Diekmann, dem singularis porcus des Journalismus. „Kann man Löv noch trauen?“, fragt das an jedem Kiosk erhältliche Massenklopapier ernsthaft. Wahrscheinlich steckt doch eine Verschwörung dahinter. Hat der Bundestrainer absichtlich verloren, weil man ihm einen Job in Griechenland angeboten hat? Haben die Spieler statt der üblichen Dopingmittel diesmal vielleicht Valium erhalten? Da waren doch auch welche dabei, die gar nicht so richtig deutsch... und die noch nicht einmal bei der Nationalhymne mitgesungen...
Fragen über Fragen, denen BILD und andere wortführende Medien in den nächsten Wochen noch nachgehen werden – um uns über die wirklich wichtigen Dinge auf dem Laufenden zu halten, während Europa und seine Menschen aufgrund des perversen Systems des Finanzmarktkapitalismus an den Rand des Chaos gedrängt werden. Aber wir müssen uns über die Leistung des Bundestrainers aufregen, weil eine andere europäische Mannschaft einfach besser war, als die deutsche.
Gruß an alle Bundestrainer
Ihr Meckerator
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