Liebe Leserinnen und Leser,
haben Sie sich auch die Augen gerieben, als es durch die
Medien ging, dass der Kanzler seinen Finanzminister Christian Lindner gefeuert
hat? Die Ampelmännchen konnten sich am Ende doch nicht mehr zusammenraufen und
zerlegen sich jetzt lieber öffentlich gegenseitig weiter. Hurra, der Wahlkampf
hat begonnen.
Meine erste Frage zu diesen Ereignissen: bekommt der
Porsche-Chris jetzt Arbeitslosengeld, nachdem er rausgeschmissen wurde? Zu
wünschen wäre es ihm ja mal, um es gehässig zu sagen. So ein Jahr lang mit
Arbeitslosen- oder Bürgergeld auskommen – am besten mit der von ihm angeregten
Pauschale fürs Wohnen, dann könnte er sich aussuchen, wo er wohnt oder wie er
heizt. Waren ja seine Worte, als es um das mögliche Sparen bei dieser
Sozialleistung ging. Jetzt liegt der Edel-Arbeitslose dem Staat auf der Tasche.
Zwar eben nicht durch Bürgergeld, aber die Abgeordnetenbezüge zahlen wir als
Gesellschaft ja bekanntlich auch in Form von Steuern. Fraglich, ob diese
gescheiterte Existenz dem Arbeitsmarkt jemals nochmal zur Verfügung steht …,
besser wahrscheinlich nicht!
Und dann wäre da noch die Opposition, die es gar nicht
mehr abwarten kann, dass Scholz nun endlich die Vertrauensfrage stellt, damit
es Neuwahlen gibt. Genauso die entsprechenden Medien, die es seit Monaten
herbeigeschrieben haben, dass die Ampel doch scheitern möge. Man hört die
Sektkorken immer noch knallen. Die Frage an alle ist nur: welche Konstellation
es denn in Zukunft sein darf, die den riesigen Haufen an Problemen bearbeiten
und letztlich auch lösen soll, der so ansteht?
Meine Befürchtung ist ja die relativ wahrscheinlichste
Variante, dass der alte Fritze Merz nach unzähligen Anläufen in drei
Jahrzehnten doch endlich Bundeskanzler wird. Ein finanzmarktaffiner politischer
Widergänger aus den 1980er Jahren als Antwort auf die Herausforderungen unserer
Zeit – na danke für das Gespräch. Und den dann noch im Doppelpack mit seinem
Generalsekretär Carsten Linnemann, dem sprechenden Kassengestell mit stechendem
Blick. Sollen etwa Opa Kohls uralte Rezepte wieder aus der Mottenkiste geholt
werden, um die ganzen Krisen der Spaltung unserer Gesellschaft, der lahmenden Wirtschaft,
der aktuellen Kriege und der Zunahme von halb- oder vollirren Despoten auf der
ganzen Welt zu bewältigen? Als Meckerator kann ich dazu nur anmerken: viel Spaß
dabei.
Ich sehe schon, wie die Kürzung der Sozialleistungen dazu
führt, dass die Wirtschaft wieder blüht, weil dadurch Aufträge in Masse bei der
Industrie reinkommen. Oder wie die Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 70
dafür sorgt, dass der Fachkräftemangel sich in Luft auflöst, weil die Betriebe
dadurch lieber weniger Ausbildungsplätze anbieten. Steuererleichterungen für
Reiche werden zudem dazu führen, dass die gesellschaftliche Spaltung endlich
behoben wird und durch die Einschränkung des Asylrechtes wird es auch
automatisch weniger Menschen auf der Flucht geben, ist ja logisch. Umweltkatastrophen
mit Überflutungen wie im Ahrtal, in Bayern oder jüngst in Valencia lassen sich
bestimmt durch das Aufheben des Verbrenner-Aus in 2035 aufhalten und die gute
alte Atomkraft mit ihren Segnungen werden uns eine strahlende Zukunft bescheren.
Ne, liebe Leserinnen und Leser. Mit diesem kleingeistigen
politischen Gewurschtel der letzten dreißig Jahre – egal in welcher
Konstellation – werden wir wohl aus der Nummer so nicht rauskommen. Allein …,
als Meckerator fürchte ich, dass es nach der nächsten Wahl genauso bescheuert
weitergeht, wie bisher. Fröhliches Ende.
Herzlichst
Ihr Meckerator

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